Dyspraxie als Herausforderung im Schulsystem

Herausforderungen im Schulalltag

Oftmals werden Kinder mit dem „Handicap“ Dyspraxie als ungeschickt, tollpatschig und unaufmerksam empfunden. Aber was steckt wirklich dahinter?

Nach Informationen der Fakultät für Rehabilitationswissenschaft der McMaster University Ontario (2013), leiden schätzungsweise 5-6% aller schulpflichtigen Kinder an Dyspraxie, davon mehr Jungen als Mädchen. Manche dieser Kinder haben Schwierigkeiten in einer Vielzahl verschiedener Bereiche, andere wiederum haben ausschließlich Probleme mit spezifischen Aktivitäten.

Die größten Schwierigkeiten liegen meist in der motorischen Koordination, was die Kinder plump und ungeschickt erscheinen lässt. Durch die unerkannten Belastungen haben Kinder mit Dyspraxie häufig auch Probleme mit der sozialen Integration und mit der emotionalen Entwicklung, was zu zusätzlichen Anstrengungen im Alltag führt.

Die Herausforderungen, welche Dyspraxie für den Schulalltag mitbringen, zeigen sich besonders in der Unbekanntheit dieser Erkrankung. In der Regel sind Kinder die eine Dyspraxie haben „normal“ oder sogar überdurchschnittlich intelligent, was Lehrkräfte oftmals auf Anhieb nicht erkennen und somit diese Schüler anders behandeln als notwendig.


Lehrkräfte, welche noch nie davon gehört haben,

können sich nicht dementsprechend verhalten und stehen somit vor einem großen Problem. Deshalb ist es wichtig der Bevölkerung den Begriff der Dyspraxie näherzubringen und somit möglicherweise die Anzahl der Fehldiagnosen zu reduzieren und den Kindern eine passende Hilfestellung zu geben.

Aber auch Lehrerinnen und Lehrer, die mit dem Thema Dyspraxie vertraut sind, können durchaus Unterstützung gebrauchen.

Einigen fällt es möglicherweise nicht immer leicht, Schüler mit Dyspraxie richtig in die Klasse zu integrieren und diese gegenüber den anderen Schülern weder zu vernachlässigen noch sie zu bevorteilen. Auch haben manche Lehrkräfte möglicherweise Berührungsängste damit, sich um verschiedene Unterrichtsmaterialien zu kümmern, da sie anfangs den Eindruck von Mehrarbeit bekommen könnten, obwohl es auf längere Sicht gesehen eine Arbeitsentlastung beiderseits sein kann.

Somit steht das Schulsystem vor einer großen Herausforderung und die nächsten Seiten sollen den Lehrern sowohl eine Hilfestellung und Denkanstöße geben, sowie mögliche Ängste und Unsicherheiten nehmen.


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